INFORMATIONEN ZU SCHULVERMEIDENDEM VERHALTEN / ZU SCHULVERWEIGERUNG

 

Große Dinge werden durch Mut errungen, größere durch Liebe, die größten durch Geduld.

(Peter Rosegger)

 

Was ist Schulvermei­dendes Verhalten / Schulverweigerung?

Schulvermeidendes Verhalten / Schulverweigerung kann ganz unterschiedliche Erscheinungsformen annehmen: Schuleschwänzen, Trennungsangst und Soziale Ängstlichkeit.

Wenn Kinder / Jugendliche, die Schule schwänzen, wissen und ahnen die Eltern zumeist nichts davon. Symptome wie Angst vor der Schule oder körperliche Begleiterschei­nungen (Bauchweh, Kopfschmerzen usw.) fehlen zumeist. Vielfach werden die Kinder /Jugendlichen von anderen als aggressiv oder unsozial beschrieben, und die Lernmotivation wird als gering angesehen, wobei Lernstörungen häufig vorkommen können.

Kinder /Jugendliche, die unter Trennungsangst leiden, besuchen mit Wissen der Eltern für längere Zeit die Schule nicht. Als Grund für die Angst findet sich vor allem, dass eine Trennung von der Hauptbezugsperson in verschiedenen Situationen für das Kind / den Jugendlichen als äußerst unangenehm und ängstigend erlebt wird. Diese Kinder /Jugendliche haben zumeist keine Lernstörungen.

Bei der Sozialen Ängstlichkeit können einzelne schulische Situation wie Klassenzimmer, Schulweg, Lehrkräfte und / oder Mitschüler als bedrohlich erlebt werden.

Aber Achtung: Eine klare Unterscheidung der verschiedenen Typen der Schulvermei­dung ist nicht immer möglich.

 

Wie entsteht Schulver­meidendes Verhaltens / Schulverweigerung?

Schuleschwänzen: Diese Kinder /Jugendlichen tendieren zu Regelübertretungen und passen sich schwer an soziale Normen an. Eltern / Lehrer beschreiben Erziehungs- oder Lernsituationen als schwierig. Diese Kinder /Jugendlichen empfinden die Aktivitäten, die sie während des Wegbleibens unternehmen, interessanter als der Schulbesuch.

Trennungsangst: Hier findet sich vielfach ein Zusammenwir­ken verschiedener Faktoren: Überbehütung und Ängstlichkeit in der Familie, verbunden mit der Zuwendung, die das Kind / der Jugendliche infolge seiner Trennungsangst bekommt, Tendenzen zur Schüchternheit und unsichere Bindungen können diese Störung bewirken und aufrecht erhalten. Die Störung kann mitunter auch durch bedrohliche Ereignisse (z.B. Scheidung, Unfälle, Krankheiten) in der Familie ausgelöst.

Soziale Ängstlichkeit: Diese Angst kann durch nega­tive Erlebnisse in der Schule, auf dem Schulweg oder in Lernsituationen oder auch durch Überforderung ausgelöst werden.

 

Was kann gegen Schulvermeidendes Verhaltens / Schul­verweigerung getan werden?

Ziel ist es, dass die Kinder /Jugendlichen möglichst schnell die Schule wieder regelmäßig besuchen. Hierbei müssen Kinder /Jugendliche, Eltern, die ganze Familie und auch die Schule zusammenarbeiten.

Schuleschwänzen: Diese Kinder /Jugendlichen brauchen klare Regeln und Unterstützung dabei, die Regeln einhalten zu lernen.

Trennungsangst: Hierbei stehen die Arbeit an der Steigerung und Stabilisierung des Selbstvertrauens des Kindes /Jugendlichen, und das schrittweise Erlernen des Sich-Trennen-Könnens im Mittelpunkt.

Soziale Ängstlichkeit: Hier finden sich das Erarbeiten möglicher Ursachen der Angst, die Veränderung ängstigender Gedanken / Vorstellungen und Entspannungstechniken als wichtige Therapieinhalte.

 

Kann Psychotherapie bei Schulverweigerung helfen?

Eine ausreichende Anzahl von Studien liefern eindeutige Ergebnisse, dass schulvermeidendes Verhalten erfolgreich behandelt werden kann.

Die Therapien, die als erfolgreich angesehen werden können, kombinieren kognitive und verhaltenstherapeutische Elemente.

Für zusätzliche Fragen bezüglich Psychotherapieverlauf, Notwendigkeit einer Psychotherapie, Psychologischer Diagnostik, Rahmenbedingungen, etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung (Mag. Harald Hornich: 0676 380 40 64).