INFORMATIONEN ZU TRAUMA & POSTTRAUMATISCHEN BELASTUNGSSTÖRUNG

 

Habe Geduld in allen Dingen, vor allem aber mit dir selbst.

(Franz von Sales)

 

Die Posttraumatische Belastungsstörung (sie wird auch PTB, PTBS oder PTSD abgekürzt) gehört zu den häufigen psychischen Störungen (Lebenszeitprävalenz von 8 Prozent bei Männern und 20 Prozent bei Frauen).
Trotz der immensen Häufigkeit wird die PTBS häufig auch von Fachleuten „übersehen" oder nicht diagnostiziert.
Dies bedeutet für die Betroffenen oftmals einen langen Leidensweg, obwohl dies eigentlich nicht notwendigen wäre, da speziell die verhaltenstherapeutischen Methoden der Behandlung der PTBS weiterentwickelt und empirisch überprüft wurden, so dass zumindest für eine große Untergruppe der Patienten sehr gute Therapieerfolge zu erwarten sind.

Bei einer Posttraumatischen Belastungsstörung waren die Betroffenen einem kurz oder lang anhaltenden Ereignis ausgesetzt, das eine außergewöhnliche Bedrohung darstellte oder ein katastrophales Ausmaß annahm.

Eine PTBS wird dadurch gekennzeichnet, dass die betroffenen Menschen sich häufig unfreiwillig an die Traumatisierung erinnern (in der Fachsprache heißt dies „Intrusion").
Dies kann bedeuten, dass sie am Tag oder in der Nacht vor ihrem geistigen Auge bestimmte Aspekte des Traumas sehen und die im Trauma erfahrenen Emotionen wieder erleben („flashback").
Viele Betroffenen schildern diesen Ablauf wie einen Film, in den sie plötzlich hineinversetzt werden, ohne etwas dagegen tun zu können.

Eine Traumatisierung erschüttert die betroffene Person und lässt oftmals den Eindruck von Verletzlichkeit, Kontrollverlust und weiter bestehender Bedrohung zurück.
Weitere häufig auftretende Symptome können sein: Angstsymptome, Hilflosigkeit, Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Reizbarkeit und Wutausbrüche, Schuldgedanken, eine erhöhte Schreckhaftigkeit und körperliche Stressreaktionen.
Viele Betroffenen zeigen zudem ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten von Situationen, Personen und Aktivitäten, die in assoziativer Nähe mit dem erlebten Trauma stehen.

Aufgrund der Vielfalt der Symptome und der unterschiedlichen Verarbeitungsstrategien der Betroffenen muss großer Wert auf eine genaue diagnostische Abklärung der Traumatisierung und der damit verbundenen Symptome gelegt werden.

Allen etablierten Therapieverfahren der PTBS ist gemein, dass sie konfrontative Elemente enthalten. Dies bedeutet, dass der Patient wieder lernt, sich sowohl mit seinen traumatischen Erlebnissen als auch mit vermiedenen Situationen aktiv auseinanderzusetzen. Dabei stellen die Integration von Gedächtnisprozessen und eine angemessene Neubewertung des Traumas und seiner Konsequenzen die Ziele dar (die Konfrontation passiert jedoch nicht plötzlich, wie ein Sprung ins kalte Wasser, sondern braucht Zeit und muss behutsam erfolgen!).
Ebenso wichtig kann geleitetes Entdecken und Psychoedukation notwendig sein, um sich den schmerzlichen Gefühlen und Erinnerungen zu stellen und so das Traumagedächtnis zu verändern.

Für zusätzliche Fragen bezüglich Psychotherapieverlauf, Notwendigkeit einer Psychotherapie, Psychologischer Diagnostik, Rahmenbedingungen, etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung (Mag. Harald Hornich: 0676 380 40 64).