INFORMATIONEN ZU HYPOCHONDRIE UND KRANKHEITSANGST

 

Der ist nicht der Tapferste, der sich nie gefürchtet, sondern der die Furcht überwunden hat.

Sprichwort

 

Gleich vorweg: Unter „Hypochondrie“ wird NICHT –wie oft umgangssprachlich verwendet- eine „eingebildete“ Krankheit verstanden!

 

Erscheinungsbild

Bei der Krankheitsangst leiden Betroffene unter der Angst, an einer ernsthaften Krankheit zu leiden. Die betroffenen Personen leiden unter körperlichen Missempfindungen, die als Krankheitszeichen interpretiert werden.

Dabei können „mehrdeutige“ Empfindungen (z.B. Kopfschmerzen, Völlegefühl) oder auch Körperfunktionen (z.B. Herzschlag, Hustenreiz) im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit stehen.

Insgesamt kommt es hierbei zu einer Überschätzung der Wahrscheinlichkeit, schwer erkrankt zu sein.

Begleitet werden die Krankheitsängste einerseits von Versuchen, sich bei Fachpersonal / ÄrztInnen, bei Familienmitgliedern oder auch im Internet („Dr. Google“) Rückversicherung und Sicherheit einzuholen. Andererseits versuchen Betroffene eine Konfrontation mit Krankheitsthemen (z.B. Filme, Arztpraxen) und körperliche Missempfindungen zu vermeiden.

Als häufig befürchtete Erkrankungen finden sich: Krebserkrankungen, Herzerkrankungen, Multiple Sklerose, HIV, Tollwut und andere Erkrankungen, über die gerade in den Medien berichtet wird.

Viele Betroffene berichten, dass bei ihnen erste Anzeichen von Ängsten bereits in der Kindheit und Jugend aufgetreten sind.

Aufgrund des starken Leidensdrucks und der hohen Frustration finden sich bei betroffenen Personen oftmals depressive Störungen als Folgeerkrankung.

 

Entstehung

Wie bei vielen Erkrankungen, finden sich auch bei krankheitsbezogenen Ängsten viele Faktoren, die zumeist in der Entstehung zusammenwirken.

Einerseits finden sich –wie bei anderen Angsterkrankungen- genetische / biologische Faktoren, Einflussfaktoren, welche aus der Erziehung stammen, andererseits lassen sich vielfach Stressfaktoren bzw. (Über-) Belastungssituationen oder Traumata zurückblickend feststellen.

 

Behandlung

In der Behandlung muss bei krankheitsbezogenen Ängsten noch individualisierter vorgegangen werden als bei vielen anderen Erkrankungen.

Hier spielen die Erarbeitung der Erkrankungsentstehung und Faktoren, die zur Aufrechterhaltung beitragen, Strategien zur Angst- und Stressbewältigung, Konfrontationsübungen und der Umgang mit Katastrophengedanken wesentliche Rollen.

Ein genauso wichtiges Ziel besteht darin, aus dem Teufelskreis aus körperbezogener Aufmerksamkeit und katastrophisierender Interpretation Auswege zu erarbeiten.

Die Frequenz der Arztbesuche ist ebenso ein wichtiges Thema. Hier geht es darum, ein gewogenes Mittel (bzw. Regelmäßigkeit) zwischen zu vielen und zu wenigen Besuchen zu finden.

Hinsichtlich medikamentöser Unterstützung kann heute gesagt werden, dass Antidepressiva gute Erfolge bei der Reduktion von hypochondrischen Symptomen aufweisen.

 

Für zusätzliche Fragen bezüglich Psychotherapie, Rahmenbedingungen, etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung (Mag. Harald Hornich: 0676 380 40 64).