INFORMATIONEN ZU HERZERKRANKUNGEN

 

Ohne Herz sieht man und erkennt doch nichts, hört man und versteht doch nichts, isst man und schmeckt doch nichts.

(Aus China)

 

Behandlung von Traumatisierung nach akuter Herzerkrankung

Herz-Kreislauferkrankungen wie z.B. Herzinfarkt, hoher Blutdruck, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen gehören zu den häufigsten Krankheiten in den westlichen Industrieländern. Und Herzkreislauferkrankungen gehören zu den häufigsten Todesur­sachen in Österreich.

Unterschiedliche Studien belegen, dass bis zu 20% aller Patientinnen nach einem Herzereignis (Chronische Herz-Krankheiten, Herzinfarkt, Vor- und Nachbehandlung bei chirurgischen Eingriffen, Herzoperation, Herzschrittmacher, Defibrillator) eine Posttraumatische Be­lastungsstörung (PTBS) und ca. 30 % eine depressive Symptomatik oder Ängste entwickeln. Und dies unabhängig von der Schwere der Herzer­krankung.

Selbstverständlich ist eine permanente und hochqualifizierte medizinische Betreuung notwendig.

Viele Betroffene schildern das Verhalten, Kompetenz und Fürsorge der Krankenhausmitarbeiter (ausführliche Aufklärungs- und Informationsgespräche und die Möglichkeit Fragen zu stellen) als einen wesentlichen Vertrauens- oder im negativen Fall Verunsicherungsfaktor.

Vielfach wird neben der medizinischen Behandlung die Möglichkeit / Notwendigkeit einer psychologischen Unterstützung vernachlässigt.

Nach wie vor sehen viele ÄrztInnen und sogar PsychologInnen und Psychotherapeutinnen Herz-Kreislauferkrankungen als eine Kontra­indikation für eine Behandlung, Psychotherapie oder Trauma Behandlung. Mit großer Sicherheit kann die (zumeist unbegründete) Angst vor einem Herzversagen in der Praxis während der Behandlung als Ursache eruiert werden.

Das Vorliegen von Traumasymptomen (Flashbacks, starke Reaktionen bei z.B. Rettungsfahrzeugen oder in der Gegenwart von ÄrztInnen, Abnahme der Konzentrationsfähigkeit), Ängsten, Depression, wiederkehrende Schlafstörungen, Tendenzen zu sozialem Rückzug und die Vermei­dung von Anstrengung aus Angst vor einem Reinfarkt sind eindeutige Anzeichen, dass psychologische Unterstützung aufgesucht werden sollte.

 

Psychologische und Psychotherapeutische Ansätze

Herzerkrankungen sind immer mit besonde­ren Problemen verbunden.

Einer­seits werden alle Personen durch Herzerkrankungen aus dem bisherigen Lebensrhythmus geworfen, und andererseits scheint ein Großteil dieser Personen mit dieser allgegenwärtigen Lebensbedrohung aufgrund eigener guter Ressourcen gut zu schaffen. Vielfach werden Hilfsangebote abgewertet oder zurückgewiesen, obwohl diese sowohl aus ärztlicher als auch psychologischer Sicht besonders notwendig wären.

In erster Linie sollte an der Reduktion der individuell geschilderten Symptome und den Beeinträchtigungen durch eine mögliche PTBS oder Depression angesetzt werden.

Hinzu kommen in den meisten Fällen die Arbeit an der Erhöhung der Stresstoleranz, die Verbesserung der Lebensqualität der PatientInnen, die Arbeit an Zukunftsplänen und Zuver­sicht, der Ausbau von Schutzfaktoren und Ressourcen, die Reduktion von Risikofaktoren und Bewegungsmangel,

Nicht zu vernachlässigen ist die therapeutische Arbeit an Begleiterkrankungen und an den Veränderungen des Selbst- und Körperbildes.

 

Für zusätzliche Fragen bezüglich Psychotherapieverlauf, Notwendigkeit einer Psychotherapie, Psychologischer Diagnostik, Rahmenbedingungen, etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung (Mag. Harald Hornich: 0676 380 40 64).