INFOS ZU EIFERSUCHT
Pathologische Eifersucht
Heute wird die pathologische Eifersucht nicht als einheitliche Erkrankung, sondern als Symptom unterschiedlicher Störungsbilder angesehen.
Laut De Steno, Valdesolo & Bartlett (2006) wird Eifersucht definiert als negative emotionale Reaktion auf einen subjektiv drohenden oder tatsächlichen Verlust einer wichtigen Beziehung an reale oder auch nur subjektiv empfundene Rivalinnen bzw. auf eine antizipierte oder tatsächliche Zurückweisung durch den Partner zugunsten von Rivalinnen.
Als Gefühle, die durch die Eifersucht ausgelöst werden, lassen sich Wut, Ärger, Zorn, Unsicherheit, Misstrauen, Angst vor dem Verlassen werden und Traurigkeit aufzählen.
Die pathologische Eifersucht kann, wenn sich fast der einzige Lebensinhalt ist, auch bis zu einem Eifersuchtswahn reichen.
Wobei zu sagen ist, dass Eifersuchtswahn auch im Rahmen toxischer (Alkoholismus, Substanzmissbrauch, wie z.B. Kokain), oder im Rahmen neurologischer Erkrankungen (dementielle Störungen, wie z.B. Morbus Alzheimer oder Morbus Parkinson) auftreten kann.
Studien zur pathologischen Eifersucht befinden sich noch in den Kinderschuhen, aber heute kann bereits gesagt werden, dass es sich um ein relativ häufiges Problem handelt (manche Studien berichten von über 30%). Die Abgrenzung von „normaler" Eifersucht und die diagnostischen Kriterien sind (noch) uneinheitlich.
Insgesamt zeigt sich in den Untersuchungen, dass Männer häufiger unter pathologische Eifersucht leiden.
Die pathologische Eifersucht ist aus mehreren Gründen als kritisch anzusehen: Einerseits besteht (fast einheitlich) ein sehr hoher Leidensdruck bei den Betroffenen, welcher nicht selten (20%) zu Suizidversuchen oder Substanzmissbrauch führt, und andererseits besteht eine große Gefährdung der „Opfer" (z.B. massive Beeinträchtigungen der Partnerschaft, Trennungsdrohungen, Stalking, Gewalt, Körperverletzung, Ermordung oder erweiterter Suizid).
Therapie
Heute bietet die Verhaltenstherapie mehrere erfolgversprechende Behandlungsansätze und Techniken, wie z.B. kognitive Techniken, Paartherapie, Behandlungsansätze aus der Therapie der Zwangsspektrumsstörungen.
Als besonders sinnvoll hat sich die Erarbeitung individueller Auslöser für die Eifersucht herausgestellt.
Weiters darf die Arbeit an anhaltenden gedanklichen Fehlinterpretationen nicht vernachlässigt werden.
Falls zusätzlich sexuelle Probleme oder Minderwertigkeitsgefühle, niedriger Selbstwert, Neigung zu Trennungsangst oder irrationale selbstabwertende Annahmen vorliegen, müssen diese natürlich im Rahmen der Therapie mit behandelt werden.
Bei noch bestehender Paarbeziehung kann eine Paartherapie zusätzlich empfehlenswert sein, um Interventionen zur Verbesserung der Beziehung (z.B. Steigerung der Häufigkeit gegenseitiger positiver Rückmeldungen, gemeinsame und getrennte Aktivitäten) zu setzen.
Je nachdem, ob die pathologische Eifersucht bis zu einem Eifersuchtswahn reicht, ist auch eine psychopharmakologische Unterstützung zu empfehlen.
Für zusätzliche Fragen bezüglich Psychotherapieverlauf, Notwendigkeit einer Psychotherapie, Psychologischer Diagnostik, Rahmenbedingungen, etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung (Mag. Harald Hornich: 0676 380 40 64).