INFORMATIONEN ZU DIABETES UND DEPRESSION

Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt.

(Aus dem Film Forrest Gump)

 

Bild Diabetes

 

Einleitung

Untersuchungen der letzten Jahre zeigten, dass Personen mit Diabetes (Typ 1 und Typ 2) verglichen mit Personen ohne Diabetes etwa zweimal so häufig an Depression erkranken.

Dies betrifft sowohl schwach ausgeprägte Depressionsformen als auch die mittelgradige wie auch die stark ausgeprägte Depression.

Es wird davon ausgegangen, dass eine Wechselwirkung zwischen Depression und Diabetes existiert. Also ist nicht nur die Wahrscheinlichkeit erhöht, bei einem Diabetes zusätzlich noch eine Depression zu bekommen, sondern genauso umgekehrt. Menschen, die an Depressionen leiden haben ein um 37-60% erhöhtes Risiko, zusätzlich noch an einem Diabetes (dann zumeist am Typ 2) zu erkranken.

 

Erklärungsmodell

Hier muss zum jetzigen Zeitpunkt gesagt werden, dass die Forschungsergebnisse sehr unterschiedlich sind, und ein allgemein gültiges oder anerkanntes Entstehungsmodell noch auf sich warten lässt.

Aktuelle Hypothesen gehen z.B. davon aus, dass der Diabetes als chronische Erkrankung durch die dadurch entstandenen Belastungen (Kontrolltermine, Verunsicherung, Veränderung der Lebensqualität) zur Depression führt.

Andere Hinweise existieren, die auf gemeinsame biologische Faktoren hinweisen.

Als problematisch ist außerdem einzuschätzen, dass mit zunehmender Schwere der Depression einerseits die Medikamente weniger regelmäßig eingenommen werden und andererseits die Zufriedenheit mit der Diabetestherapie sinkt.

 

Therapieziele

Aufgrund des engen Zusammenhangs der beiden Erkrankungen kann nur ein kombinierter (und interdisziplinärer) Therapieansatz (depressionsbezogene UND diabetesbezogene Therapieziele) empfohlen werden.

Im depressionsbezogenen Therapieansatz stehen die Reduktion der individuellen Symptome und die Verbesserung der Stimmung im Vordergrund. Genauso wie die Steigerung der Lebensqualität und die Krankheitsbewältigung (Umgang mit Frustration und Hilflosigkeit), steht die Förderung eines gesunden Lebensstils (regelmäßige moderate Bewegung) und falls notwendig die Steigerung der Motivation, die medizinischen Kontrolluntersuchungen nicht zu vernachlässigen, im Focus.

Als medizinische Therapieziele stehen der Umgang mit dem HbA1c-Wert, die davon begleitenden Schwierigkeiten und der Umgang mit der Risikoerhöhung von anderen Erkrankungen (Gefäß-, Augen-, Herzerkrankungen) im Mittelpunkt. Zudem spielt die Integration der medizinischen Maßnahmen in den Alltag einen wesentlichen Aspekt.

 

Für zusätzliche Fragen bezüglich Psychotherapieverlauf, Notwendigkeit einer Psychotherapie, Psychologischer Diagnostik, Rahmenbedingungen, etc. stehe ich Ihnen selbstverständlich gerne zur Verfügung (Mag. Harald Hornich: 0676 380 40 64).